Masterplan Saalfelden

Ähnlich wie in vielen anderen Städten leidet das Zentrum von Saalfelden zunehmend unter der Steigerung der Verkaufsflächen in der Peripherie und den Kaufkraft-Abflüssen in andere Einkaufsstädte. Die daraus resultierende Abnahme der Kundenfrequenz führt zu einem Attraktivitätsverlust der Innenstadt. Mit dem Masterplan Stadtkern hat Saalfelden nun ein Werkzeug geschaffen, mit dem die Trendwende gelingen und der Stadtkern wieder neu belebt werden soll. 

Das zentrale Ziel des Masterplans ist es, alle städtebaulichen und wirtschaftlichen Überlegungen darzustellen, aufeinander abzustimmen und in einem integrierten Plan darzustellen. Das Planungsgebiet umfasst 20 Hektar. Rund 150 engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Saalfelden nutzten im Laufe des vergangenen Jahres die Gelegenheit, sich in mehreren öffentlichen Veranstaltungen einzubringen und das künftige Leitbild für die Innenstadt mitzugestalten. So konnten im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprozesses gemeinsam mit den mahore Architekten, der Beratungsfirma CIMA und dem Salzburger Institut für Raumordnung (SIR) Aktivitätsknotenpunkte, Entwicklungsachsen und Nutzungszonen festgelegt sowie Baufelder und Verkehrswege definiert werden. Mehr als 60 Maßnahmen konkretisieren die Überlegungen und weisen den Weg für die Umsetzung in den nächsten Jahren. Darüber hinaus wurde eine Innenstadt-Deklaration verfasst, welche grundlegende Strategien und Prinzipien der künftigen Stadtentwicklung festschreibt. Die gesamte Arbeit ist in einem kompakten Plan dargestellt und in einer 70-seitigen Broschüre beschrieben.

Die großen Maßnahmen

Der Masterplan besteht – neben einer Bestands- und Strukturerhebung - aus vielen einzelnen Maßnahmen. Die einen sind weitreichender und nur über Jahrzehnte umsetzbar, die anderen kann man sich als kleine Eingriffe vorstellen, die kurzfristig umgesetzt werden können. Jeder möchte natürlich schnell Ergebnisse sehen. Trotzdem sind es vor allem die großen Maßnahmen, die langfristig eine attraktive Innenstadt sichern sollen. Im Rahmen des Masterplan Prozesses wurden sieben Attraktivitätsknoten festgelegt, wie etwa der Rathausplatz, der Stadtplatz und der Florianiplatz. Diese Knotenpunkte sollen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten neu gestaltet und durch Hauptwege verbunden werden. Die festgelegten Attraktivitätsknoten dienen als Orientierungspunkte für die künftige Städteplanung. Auch weitere städtebauliche Vorgaben wie der Vorrang der Innenstadt vor der Peripherie, die Förderung von Nutzungsmischung und die Konzentration der räumlichen Entwicklung der Innenstadt und deren Anbindung an den öffentlichen Personenverkehr sind wesentliche Bestandteile des Masterplans.

Verkehr neu organisieren

Als große Maßnahme kann auch die künftige Organisation des KfZ Verkehrs eingestuft werden. Ziel des Masterplans ist es, die Beeinträchtigung durch den motorisierten Verkehr in der Innenstadt zu reduzieren, ohne jedoch die grundsätzliche Qualität der Erreichbarkeit zu beeinträchtigen. Ein durchdachtes Verkehrs- und Parkleitsystem soll den „Suchverkehr" reduzieren. Der Masterplan ist ein Bekenntnis zu den Prinzipien der „Innerstädtischen Teilberuhigung" und der in Saalfelden seit einigen Jahren diskutierten „Begegnungszonen". Konkrete Ideen dazu sind eine Tempo 30-Zone auf der B 164 im Bereich zwischen dem Brückenwirt und dem Brandlwirt, eine Sperre der Urslaubrücke zum Großparkplatz für den KfZ Verkehr und eine Begegnungszone im Bereich des Florianiplatzes mit einem Tempolimit von 20 km/h.

Beim ruhenden Verkehr sieht der Masterplan ebenfalls einige Änderungen vor. Unter anderem die Einführung von gebührenpflichtigen Kurzparkzonen und dezentralen Parkplätzen für Tagesbesucher. Gebühren sollen erst ab einer Parkzeit von einer Stunde anfallen und die Parkgebühr wird bei einem Einkauf zurückerstattet. Die Workshop Teilnehmer waren sich einig, dass parkende Autos den Wohlfühlfaktor in der Stadt beeinträchtigen. Daher ist die Erhöhung des Fußgänger- und Radfahreranteils ein weiterer wichtiger Punkt auf dem Weg zu einer schöneren Innenstadt.

60 konkrete Maßnahmen

Auch wenn das Wort „Masterplan" sehr nach Grundsatzbeschluss und Theorie klingt, enthält der Leitfaden 60 ganz konkrete Maßnahmen. Diese reichen von Bebauungsvorgaben für das alte Bauhof Areal über ein Parkhaus am Großparkplatz bis zu Wasserspielen am Rathausplatz und einer Sperre der PKW Zufahrt zwischen der Bräugasse und dem Florianiplatz.

Schutz vor der Schublade

Nach der Arbeit der Experten und der Bürger ist nun die Politik am Zug. Die Maßnahmen für die Belebung der Innenstadt müssen in die tägliche Arbeit von Verwaltung und Politik einfließen. Wie das funktionieren soll, wird im Masterplan genau beschrieben. Die Gemeindevertretung soll eine Innenstadt-Deklaration beschließen und den Masterplan in das Räumliche Entwicklungskonzept der Stadt miteinbinden. Damit kann die Umsetzung der Ergebnisse sichergestellt werden. Ein jährlicher „Fortschrittsbericht" an die Bevölkerung ist ebenfalls vorgesehen.

Download:

Masterplan Saalfelden